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Bericht aus AUTO MOTOR SPORT
Innere Sicherheit 26/1976

 

Innenkotflügel aus Aluminium widerstehen dem Rost.

von Klaus Wießmann

 

"Schutz gegen Rost - das bedeutet bei in Deutschland verkauften Autos bestenfalls Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz. Einen Schritt weiter bei der Rostbekämpfung ist man schon seit rund 15 Jahren im klimatisch rauhen und schneereichen Skandinavien.

Dort sind inzwischen über eine Million Autos mit LOKARI-Innenkotflügeln ausgerüstet. Die separaten Schmutzfänger sollen die besonders korrosionsanfälligen Radkästen vor Spritzwasser, Streusalz und Steinschlag schützen.

Die im südfinnischen Rauma hergestellten Innenkotflügel bestehen aus 1,5 Millimeter starkem Aluminiumblech. Sie werden unterhalb der serienmäßigen Kotflügel montiert - die Einbauzeit beträgt je nach Routine des Monteurs zwischen fünf und zehn Minuten.

Die Alu-Teile werden so montiert, daß der Abstand zum Kotflügel in der Mitte etwa zehn Zentimeter beträgt: vorn und hinten sind die "Lokaris" (altes finnisches Wort für Schmutzfänger) mit den normalen Kotflügeln verschraubt. Breite Gummidichtungen an den Seiten sollen verhindern, daß Wasser, Schmutz oder Salz in den Zwischenraum dringen kann. Eventuell eindringende Feuchtigkeit wird durch den Fahrtwind, der durch einen speziellen Luftschlitz strömt, getrocknet.

Am Beispiel eines 15 Jahre alten Ford 17M, der inzwischen 320000 Kilometer gelaufen hat, zeigte der finnische Unternehmer Leo Laine kürzlich die Wirksamkeit seiner patentierten Erfindung auf. Die vorderen Kotflügel einschließlich der Lampeneinfassungen und die seitlichen Motorverkleidungen erfreuen sich nach der erstmaligen Demontage der 1961 installierten Innenkotflügel noch eines überraschend guten Zustands; von Durchrostungen war nichts zu sehen. Die hinteren Kotflügel, die Türschweller und die Türen waren dagegen bereits stark vom Rost befallen und ausgebessert worden.

Rund 80 Prozent aller in Finnland verkauften Neuwagen sind heutzutage von Haus aus mit LOKARI-Innenkotflügeln ausgerüstet. Diese Innenkotflügel zählen ebenfalls bei vielen in Schweden angebotenen Importwagen zur Serienausstattung, der Preis für ein Paar (ca. 150 bis 200 Mark) ist hier ebenso wie in Finnland in der Regel bereits im Listenpreis enthalten.

Das Programm der Firma Lokari-Myynti umfaßt derzeit Innenkotflügel für 800 Modelle, wobei die reichhaltige Palette vom italienischen Alfasud bis zum sowjetischen Wolga GAZ 24 reicht.
Möglich ist ein nachträglicher Einbau auch bei Gebrauchtwagen. Sie sollten jedoch nicht viel älter als zwei bis drei Jahre sein, da ansonsten die Korrosion an den fraglichen Stellen schon zu weit fortgeschritten sein kann. ..."